Zu uns kommen Kinder und Jugendliche mit vielen Fragen an das Leben. Werden sich meine Eltern trennen? Wieso mag ich mich nicht? Warum muss mein Bruder oder Schwester so früh sterben? Warum habe ich diese Krankheit? Warum ist mein Vater gewalttätig? Warum lebe ich nicht bei meinen leiblichen Eltern? Wie sieht wohl das Meer aus? Und ganz allgemein, wer bin ich und wie passe ich in diese Welt.
Wir alle kennen zumindest einen Teil dieser Fragen. Die Betreuer des The Social Surf Club e.V. bieten sich an, die Kinder und Jugendlichen darin zu unterstützen, Antworten zu finden. Die Freiwilligen moderieren die Gruppe auf Basis einer einfachen Vorannahme. Es gibt für jeden Menschen einen guten Grund auf der Welt zu sein. Wer diesen entdeckt und ihn auf seine ganz individuelle Weise ins Leben bringt, der erfährt Glück und bereichert die Gemeinschaft. Von diesem Glück darf man sich in die Zukunft tragen lassen, wenn es gelingt, die Kräfte gut für sich zu nutzen. Auf dem Weg dorthin begegnen einem Konflikte als gute Hinweisschilder und Ängste als weise Ratgeber. Denn mit Ängsten und Konflikten haben wir es in den Camps häufig zu tun.
Wir erleben gerade das Ende der industrialisierten Welt und den Beginn einer ganz neuen Epoche. Diese Übergänge führen zu Stress, denn das neue Zeitalter bahnt sich seinen Weg, aber das alte ist noch wirksam. Das kostet Energie, die dem Nachwuchs nicht zur Verfügung steht. Tauchen dann noch schwere Lebensthemen auf, schalten Eltern auch mal in den Überlebensmodus. Häufig kommen die Kinder und Jugendlichen des The Social Surf Club e.V. mit zum Teil schwerem Gepäck eines stark belastenden Familiensystems zu uns.
Jede Reise ist auch immer eine Reise zu sich selbst. Unsere Veranstaltungen und Camps sind ein Ort der Freiheit, an dem man sich selbst besser kennen lernt. Wir lehren die Kunst des Surfens. Wie gelingt es, einen guten Stand zu entwickeln, auf seine innere Stimme zu hören, über Grenzen zu gehen und sich dort seinen Ängsten zu stellen. Das braucht Betreuer, die genau das vermitteln können. Und so passiert es, dass Kinder und Jugendliche in nur zwei Wochen über sich hinauswachsen. Sie trauen sich, einmal anders zu sein. In einem Camp sagte zum Beispiel ein eher verschlossener Junge am letzten Tag zu mir: „Man muss den Mut haben, manchmal verrückt zu sein“, und hüpfte laut lachend zum Sonnenuntergang an den Strand.

Vision

THE SOCIAL SURF CLUB e.V. ist ein lebendiger Entwurf für ein neues Miteinander. Im Kern steht die Annahme, dass in jedem Menschen ein inneres Kind darauf wartet, sich selber zu entfalten, seine Liebe zu sich selbst zu stärken und damit auch anderen Menschen liebevoll begegnen kann. Die Konflikte in unserer Welt basieren zumeist auf den nicht geheilten, persönlichen Verletzungen. Daher sind wir angetreten, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in dem Prozess ihrer Selbsterkenntnis zur Seite zu stehen. Dafür braucht es viel Freiraum, die Natur als ultimativer Heiler und gut moderierte Auseinandersetzungen und Begegnungen mit anderen Menschen, um sich selber neu begegnen zu können. Insbesondere der Umgang mit eigenen Ängsten ist der Schlüssel zur Selbsterfahrung. Der Strand ist dabei die Bühne für die Individualität und das Meer ein unvoreingenommener Lehrmeister. Ganz generell helfen wir in der Beantwortung der Frage, warum braucht dich die Welt.

Sobald wir in einer Gesellschaft voller starker und sich selbstbewußter Menschen leben, können wir Konflikte nachhaltiger und friedlicher miteinander verhandeln, in die Harmonie und Liebe kommen und freundlicher zu unserer Umwelt sein. Das dadurch gestiegene Selbstvertrauen, lässt unser Vertrauen in die natürlichen Prozesse steigen und wir entdecken unserer wahres Selbst als Menschheit wieder.